Seniorstrick - Oma Gerda
In Deutschland gibt es immer mehr rüstige SeniorInnen.
Viele würden sich gerne engagieren, doch gibt es noch zu wenig Möglichkeiten
dafür. SeniorInnen wissen vieles, was die Jüngeren nicht wissen; sie wissen,
zum Beispiel wie man strickt. Gleichzeitig gibt es viele Menschen jeden Alters,
die immer bewusster leben und konsumieren wollen; der Bedarf an nachhaltig
hergestellten Dingen wächst. Durch die Industrialisierung hat sich der Mensch von
den Gütern, die er nutzt, entfernt. In der Gesellschaft besteht der Wunsch,
sich diesen Gütern wieder anzunähern. In diesem Zusammenhang ist Stricken als
eine aktuelle Modeerscheinung zu beobachten. Das Projektteam von Seniorstrick bringt diese Punkte zusammen
und versteht sich als ein Label, unter dem SeniorInnen hochwertige, modische
Strickstücke aus Fair-Trade-Wolle entwerfen, stricken und verkaufen.

Produktion und Verkauf der Ware finden in einem Ladengeschäft in Leipzig statt. Der Raum kann von den Strickenden als Arbeitsraum genutzt werden, er ist aber vor allen Dingen Ort der Kommunikation. Die zwei Kulturwissenschaftlerinnenentwickeln hier gemeinsam mit den SeniorInnen eine Kollektion von zeitgenössischen kleinen Strickstücken, wie Mützen, Miniröcke, Schals, Pullundern oder Ponchos. Daneben gibt es Strickberatung und Strickkurse. Über das Stricken kommen Menschen jeglichen Alters zusammen. Oma Gerda ist ein intra- und intergeneratives Unternehmensprojekt, das den Schwerpunkt auf soziales Miteinander von Alt und Jung legt und sich dabei finanziell selbst trägt. Bei Oma Gerda stricken SeniorInnen gemeinsam für ein Label und für eine Vision.




